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Staufer-Spektakel 2009

Staufer-Kurier vom 18. Juni 2009

Staufer-Kurier vom 12. Juni 2009

waiblingen-lebt.de vom 22. Juni 2009

 



Waiblinger-Kreiszeitung vom 30. Juni 2008

Stuttgarter Zeitung vom 19. Juni 2008

Stuttgarter Nachrichten vom 22. Juni 2008

Stauferkurier 25/08  Altstadtfest & Staufer-Spektakel 2008

Staufer-Spektakel 2008
Mittelalter hautnah erleben auf der Brühlwiese vor dem Bürgerzentrum

Altstadtfest: hier modern – dort mittelalterlich

(dav) Acht Tage noch, dann wird die Waiblinger Innenstadt wieder für ein Wochenende zum Festplatz! Das 34. Altstadtfest beginnt am Freitag, 27. Juni 2008, um 19 Uhr im Hof der Karolingerschule. Wenn Oberbürgermeister Hesky die Festgäste begrüßt hat, zeigen die Turner des VFL was sie können – Anhänger des Sports können sich schon auf die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften einstimmen, die im September in der Stadt ausgetragen werden. Das „Duo Obscurum“ und die Musikgruppe „Metusa“ entführen die Gäste dann direkt ins Mittelalter, und das ist der zweite Teil des Waiblinger Altstadtfestes: das „Staufer-Spektakel“ mit großem Mittelaltermarkt auf der Brühlwiese beim Bürgerzentrum – getoppt noch von einer mittelalterlichen Hochzeit auf dem Hochwachtturm.
Es ist das zweite „Staufer-Spektakel“, das die historische Altstadt zur mittelalterlich Gewandeten erfüllen wird, die Brühlwiese vor dem Bürgerzentrum mit Gauklern und Musici, mit fahrenden Händlern und Handwerkern. War es im vergangenen Jahr die prächtige, auf die Geschichte der Stadt verweisende „Staufer-Stele“, die vor dem Hochwachtturm feierlich und bei einem Festakt enthüllt worden war, so ist es diesmal eine mittelalterliche Hochzeit, die die Besucher in längst vergangene Zeiten versetzen wird. Übrigens, die Vermählung ist keineswegs „gefakt“ und keineswegs ein Folklorespektakel. Die Hochzeit ist echt.

Die Hochzeit
Und sie stellt am Samstag, 28. Juni, ein außergewöhnliches Highlight dar. Unter dem Motto „So könnte es gewesen sein“ nimmt der „hochedle Stadtvogt“ Andreas Hesky – im sonstigen Leben Oberbürgermeister von Waiblingen – um 14 Uhr auf dem Hochwachtturm die standesamtliche Trauung eines Paares aus Stuttgart vor. Im Anschluss begibt sich die stilecht gewandete Hochzeitsgesellschaft in einem Festzug durch die Altstadt zum Mittelaltermarkt. Dort haben die Besucher des Staufer-Spektakels die Gelegenheit, die kirchliche Trauung mit überlieferten Bräuchen mitzuerleben. Die Hochzeitstafel mit Tänzen und Musik wird für die Besucher zu sehen sein.

Das Spektakel

„Seid gegrüßt edle Dame, seid gegrüßt edler Herr“, heißt es während des gesamten Altstadtfest-Wochenendes. Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr stellt das Staufer-Spektakel auf der Brühlwiese vor dem Bürgerzentrum am Freitag, Samstag und Sonntag wieder die Besucher in seinen Bann. Das bunte Markttreiben und Lagerleben bieten spannende und unterhaltsame Einblicke in den mittelalterlichen Alltag. Das Spektakel nimmt den Besucher mit auf eine Zeitreise in die Welt der Gaukler und Possenreißer. Mittelalter live und zum Anfassen. Dafür sorgen mehr als 70 Marktstände und Lgergruppen, die zeigen, wie zu den Blütezeiten des Rittertums gearbeitet, gegessen, gelebt und gefeiert wurde. Alte Handwerkskünste werden wieder lebendig. Zahlreiche Mitmachangebote, Figurentheater und Märchenerzähler bieten Jung und Alt die Möglichkeit, die Welt der Ritter, Könige und Bauern zu erleben. Für Kurzweil auf dem Markt sorgen Spielleut’ und Musici mit Sackpfeife, Trommel und Laute sowie ein buntes Rahmenprogramm. Mit dabei ist auch eine Schulklasse des BBW, die sich bei einem halbjährigen Projekt zum Thema Mittelalter einige Jahrhunderte zurück begeben hat (lesen Sie unseren Beitrag „Schüler im Mittelalter“).
Der Mittelaltermarkt ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Freitag von 18 Uhr bis 24 Uhr, Samstag von 11 Uhr bis 24 Uhr, Sonntag von 11 Uhr bis 18 Uhr. An allen Tagen gibt es an den verschiedenen Marktständen und auf der Bühne ein wechselndes Programm. Der Eintritt ist frei.



Staufer-Spektakel 2007
Stauferkurier 26/07 - Staufer-Spektakel & Altstadtfest 2007
Stauferkurier 27/07 - Staufer-Spektakel & Altstadtfest 2007

Eine Waiblinger Premiere: Mittelalterliches Leben auf der Brühlwiese versetzt Besucher in historische Epoche

(gege) Für Waiblingen ist es eine echte Premiere gewesen, als am vergangenen Wochenende, von Freitag, 29. Juni, bis Sonntag, 1. Juli 2007, auf der Brühlwiese beim Bürgerzentrum sensationelles mittelalterliches Treiben Einzug gehalten hat. Eine echte kleine Zeltstadt erwartete ihre Besucher, die höchst zahlreich erschienen waren und offensichtlich auch eine lange Anreise nicht scheuten. Und sie wurden fürstlich belohnt. Denn kaum trat man ein in diese doch eigene Welt, schien man sogleich ein Teil von ihr zu werden. Zunächst als Zuschauer der Gaukler, Handwerker, Ritter, Gewandkünstler und nicht wenige schon bald als Teilnehmer. Denn wer wollte da nicht in die Wolle greifen, sie zu verspinnen, eine Kupferschüssel schmieden, Papier schöpfen oder eine ritterliche Stangen-Axt von Hand zu Hand wandern lassen? Angebote und Sehenswertes gab es schließlich für alle Altersgruppen und man konnte seiner Phantasie freien Lauf lassen, welche Rolle man selbst wohl in dieser Zeit gespielt hätte. Dies war auch schon im Mittelalter eine Frage der Ahnen, und die historischen Waiblinger Verbindungen zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa im 12. Jahrhundert vermögen geradezu eine besondere Vorstellungskraft wecken . . . lustwandeln Sie doch mit!

. . . tagelang war ich nun westwärts geritten, um endlich diesen viel gerühmten Flecken Erde, die Stadt meiner Vorfahren, zu erreichen, wo ich mich von den Strapazen meiner Reise erholen oder gar für einige Zeit niederlassen wollte. Gelegen an einem Fluss und von urbarem Boden sollte diese Stadt sein, die ich an einem Festabend erreichte. Fackeln wiesen mir den Weg und musizierendes Volk namens „Almanach* sorgte mit Dudelsack, Trommel und Flöte und einem Saiteninstrument für gute Laune. Mein verbundener Landsmann, Ritter Adelbert, empfahl mir die erste Adresse für Kettenhemden bester Qualität. Bei Ritter Alexander sollte ich vorstellig werden, um meinen Wunsch alsbald bei ihm in Auftrag zu geben. Ich hatte Glück. Im Schein einer Fackel arbeitete er an einem Meisterstück von Kettenhemd. Ringlein um Ringlein fügte er zu einem Ganzen, welches für das Überleben eines Ritters unabdingbar ist. Sein Gehilfe fertigte allerhand Geschmeide aus Metall und Leder und auch mein Auftrag war ihm willkommen. 1 300 Taler nahm er dafür, doch diese lohnten sich. Wohl werde ich noch ein paar der Kettenhandschuhe von diesem Spezialisten ordern, die Zeit drängte nicht allzu sehr. Doch zunächst machte er mich mit einigen wichtigen Kollegen anderer Zünfte bekannt, deren Dienst ich während meines Aufenthalts sicherlich benötigen würde. Die Späße „Robin Rotflecks“ „Aus der staufischen Linie kommst du?“ wollte der Hufschmied von mir wissen. Ich nickte beiläufig, schließlich wollte ich etwas von den Bewohnern erfahren, ich selbst hatte leider nur allzu wenig Kenntnis über diesen gastlichen Ort. Zuerst musste der Schmied „Robin Rotfleck“ das Pferd des Theaters „Löwenherz“ frisch beschlagen, bevor er das meine von seinen kaputten Eisen befreien konnte. Mit viel Anstrengung wurde der Blasebalg betätigt, der das Feuer so lodern ließ, dass es eines Schmieds Arbeit würdig ist. Endlich war mein Ross an der Reihe und „Robin Rotfleck“ unterhielt schon wieder das umstehende Volk. Er war offensichtlich darauf dressiert, sich auf Kommando auf den Boden zu legen, mit einer Glocke zu läuten und allerhand Späße zu treiben.
Nach diesem Einsatz musste ich mir selbst etwas gönnen. Ein großer Becher voll Met sollte mir zu neuen Kräften verhelfen, einfach ein köstliches Gebräu! Einige Bratlinge und auch Landsknechtbatzen, frisch vom Feuer, sollten ihr Übriges zu meiner Stärkung beitragen.Übermütige Männer übten sich mit der Armbrust und im Beilwurf auf eine hölzerne Wand, tüchtige Frauen versponnen Wolle zu nützlichen Fäden mit einer bewundernswerten Technik, die schon zu keltischer Zeit bekannt war: Der Wollfaden wickelte sich zügig um einen Holzstab, an dessen Ende sich ein tönerner Pfropf befand. Die kleinen Mädchen verfügten gar nur über kleine Stecken mit einem Querstück am Ende. Eine Arbeit, die von den Kindern auch während des Viehhütens erledigt werden konnte. Papier exzellenter Qualität Vorbei am Stoffhandel, am Seiler, der gerade einige neue Taue entstehen ließ, und am Platz der Magierin, nach deren Kunst mir der Sinn an diesem Abend nicht stand, hielt ich bei einem faszinierenden Handwerk inne. Papierschöpfen nannte es sich und der Eigentümer, ein Kundiger seines Fachs, erzählte mir über die Technik. In einem Holzbottich voll Wasser sei ein Stoff namens Zellulose aufgelöst. Von diesem gilt es, mittels einem Sieb, das auf einen Rahmen aufgespannt ist, eine ebenmäßige Schicht herauszuschöpfen. Zwischen Leinenstücken durfte diese dann durchtrocknen. Ein Papierbogen exzellenter Qualität war entstanden. Mein Blick schweifte zum Pranger. Doch an diesem Abend, an dem beim Stadtfest so viel vergnügliches Treiben herrschte, war kein Kandidat in ihm gefangen. Oder diese Stadt kennt nur redliche Bürger, von denen keiner in Frage kommt, an Hals und Handgelenken arretiert vorgeführt zu werden, um mit Schimpf und Schande der Bewohner belegt zu werden. Musik drang abermals an mein Ohr und ich begann, diesen Ort am Fluss zu schätzen. Kupfergeschirr wurde da hergestellt, mit emsigen kleinen Schlägen wurde ein Blech in eine schüsselartig vorgeformte Holzplatte getrieben. Wieder und wieder traf der Rundhammer das Blech, bis ein Schälchen besonderer Güte entstanden war. Nebenan deutete gemächliches Schleifen auf die Aktivität von Mahlsteinen hin. Und tatsächlich: Wertvolles Mahlgut quoll zwischen den dicken grauen Steinscheiben hervor. Auch die Bogenschützen übten ihre Fertigkeit unter einem Viadukt. „Gold“ rief einer der Mitstreiter einem Schützen zu, der ganz in die Mitte einer der Strohscheiben geschossen hatte. Die Treffsicherheit eines Bogenschützen war dessen Kapital. Im Kampf mit den Gegnern galt es besonders, deren Pferd mit einem speziellen Pfeil treffsicher zu verletzen, um so die gegnerische Truppe kampfunfähig zu machen. Flinke Hände der Formation „Flaxdanz“  betätigten sich im Kamm- und Brettchenweben. Eine famose Kunst, deren Zweck es war, bunte dekorative Bänder aus Seide oder Leinen zu fertigen, die als Gürtel oder in Tischdecken und Aussteuer verarbeitet zum Einsatz kamen. Eine kontinental verbreitete Kunst, wie ich von meinen Reisen her weiß, in Skandinavien lebt sie noch heute . . .
Ein besonders ortskundiger Alter führte einige Neuankömmlinge durch die Stadt und erklärte geduldig, was ihnen wichtig war, sogar der Wagner bekam rasch noch einen Auftrag, denn an der Kutsche der Reisenden war offensichtlich ein Rad gebrochen. Ich dagegen war von meinen Ritterkollegen in den Bann gezogen.Ihre Ausrüstung blitzte im Fackelschein,kein Anzeichen von Rost, so gut war die Pflege.Etwa 30 Kilogramm Metall müssen Leute wie sie und ich mit sich herumtragen, wenn wir vollständig gerüstet sind. Hervorragend die Qualität der Oberschenkelplatte, dem Beinschutz für die Körperseite, an der kein Schild zur Abwehr gehalten wurde. Beeindruckende Ein- und Eineinhalb-Händer! - Jene Schwerter, deren Grifflänge ihren Namen bestimmt. Und die Stangen-Axt! Ein Wunderwerk der Schmiedekunst, diese gut geschwungen, holt jeden Reiter vom Pferd, so viel war sicher. Tüchtige und fähige Leute lebten hier, dessen war ich mir sicher, und während ich im Schlendern und Schauen fast über eine Kehrichttonne gestolpert wäre, klopfte mir mein Begleiter auf die Schulter und meinte: Willkommen auf dem Waiblinger Mittelalter-Markt, oder wovon träumst du?